Alles, außer langweilig!

Alina Scholzen, Thomas Schmitz | Stadt Rösrath

Alina Scholzen und Thomas Schmitz kümmern sich als Sachbearbeitende im Personalbereich bei der Stadt Rösrath um die unterschiedlichsten Belange der Mitarbeitenden. Beide haben über unterschiedliche Wege ihren Job bei der Stadtverwaltung Rösrath gefunden. In einem sind sie sich allerdings absolut einig: Ein Job in der Verwaltung ist alles, außer langweilig.

Frau Scholzen, wie sah Ihr Weg zur Stadt Rösrath aus?

Ich habe meine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Rösrath gemacht. Anfangs wusste ich gar nicht, was ich beruflich machen will und habe angefangen, mich bei Verwandten und Freunden umzuhören. Mein Schulpraktikum hatte ich im Bankenbereich gemacht und wusste da schon, dass Verwaltung was für mich sein könnte. Ich kannte jemanden, der bei der Stadtverwaltung gearbeitet und mir davon erzählt hat. Das fand ich so interessant, dass ich tatsächlich die Ausbildung hier angefangen habe. Nach der Ausbildung bin ich übernommen worden und habe mich entschieden, die Weiterbildung zur Verwaltungsfachwirtin zu absolvieren. Das gab mir die Möglichkeit, in den „gehobenen Dienst“ zu kommen. Und als die Stelle im Personalbereich frei wurde, habe ich mich schnell dazu entschieden, mich darauf zu bewerben, weil ich die Personalabteilung schon in meiner Ausbildung sehr interessant fand. Das hat dann auch funktioniert.

Was genau sind Ihre Aufgaben?

Ich bin Sachbearbeiterin in der Personalabteilung und mache alles, was in diesem Bereich anfällt, d.h. ich betreue den gesamten Personallebenszyklus von der Einstellung, über die Betreuung der Mitarbeitenden bis hin zum Austritt. Aktuell spezialisiere ich mich im Bereich Recruiting. Außerdem nehme ich die Funktion der Ausbildungsleitung wahr – neben den Stellenausschreibungen, Personalauswahlprozessen und Interviews betreue ich die Auszubildenden, Anwärterinnen und Anwärter sowie Praktikantinnen und Praktikanten der Stadt Rösrath. Das macht die Tätigkeit als Personalerin so vielfältig und abwechslungsreich. Gerade den Kontakt mit vielen unterschiedlichen Menschen, den Kolleginnen und Kollegen, finde ich bereichernd.

Wie funktioniert das genau mit der Weiterbildung? Unterstützt die Stadt dabei?

Ja, mein Arbeitgeber hat mich auf jeden Fall dabei unterstützt. Ich habe die Weiterbildung damals samstags gemacht, so dass ich weiterhin in meinem Job arbeiten konnte. Das ist natürlich schon manchmal echt anstrengend, das ist klar. Es gibt jedoch auch andere Optionen. Ich hätte auch in Teilzeit weiter arbeiten können während der Weiterbildung.

Weiterbildung ist der Bürgermeisterin wichtig und wird bei uns in der Verwaltung großgeschrieben. Wir versuchen in individuellen Gesprächen mit den Mitarbeitenden gemeinsam zu schauen, wie eine Weiterbildung passend umgesetzt werden kann. Wir haben einen Fachkräftemangel und wir wissen, dass es wichtig ist, die Mitarbeitenden bei ihrer individuellen Weiterentwicklung zu unterstützen.

Herr Schmitz, wie sind Sie bei der Stadt Rösrath gelandet?

Eigentlich wollte ich schon als Kind in einem Büro arbeiten. Meine zwei linken Hände dürften diesen Wunsch gefördert haben. Ich habe eine Ausbildung zum Bürokaufmann (IHK) bei der TÜV Rheinland Service GmbH absolviert und im Anschluss ein Bachelorstudium der Wirtschaftswissenschaften mit den Schwerpunkten Personalmanagement und Wirtschaftspsychologie abgeschlossen. Nach meinem Studium konnte ich umfassende Berufserfahrung in Personalabteilungen verschiedener Branchen sammeln. Bei einer Stellenrecherche wurde ich auf eine Stellenausschreibung der Stadtverwaltung Rösrath aufmerksam und hier habe ich mein Glück versucht.

Was macht den Job bei der Stadt Rösrath für Sie persönlich aus?

Der Job bei der Stadt Rösrath zeichnet sich durch mehrere Aspekte aus. Zum einen ist dieser sehr abwechslungsreich und kein Tag gleicht dem anderen. Zum anderen bietet die Stadt Rösrath einem einige Entscheidungsspielräume und gibt einem einen Raum zur persönlichen Weiterentwicklung.

Neben den Aufgaben ist für mich aber auch das Team ein entscheidender Faktor. Bei der Stadtverwaltung und speziell in unserem Bereich existiert eine wirkliche Teamarbeit. Unterstützung und Respekt stehen hier nicht nur auf einer Agenda oder schönen Schaubildern. Die Punkte werden Tag für Tag gelebt und durch die Führungsebene gefördert.

Welches Bild hatten Sie vorher von einem Job in der Verwaltung und was hat sich verändert?

Natürlich kennt man die Vorurteile zu Berufen in Verwaltungen, jedoch habe ich diese Bilder nie geteilt. Die Personalabteilung einer Verwaltung unterscheidet sich nicht wirklich von der Personalabteilung eines Wirtschaftsunternehmens. Sicherlich gibt es einiges an zusätzlichen Schriftstücken, jedoch sind diese den entsprechenden Rahmenbedingungen geschuldet.

Lediglich die Digitalisierung habe ich mir etwas anders vorgestellt, jedoch merkt man hier eine rasantere Entwicklung in die Zukunft.

Frau Scholzen und Herr Schmitz, wie arbeiten Sie beide zusammen?

Wir pflegen einen regelmäßigen Austausch und halten uns gegenseitig auf dem Laufenden. Uns ist es wichtig, dass wir uns gut vertreten können, um den Mitarbeitenden zeitnah weiterhelfen zu können und sie nicht vertrösten zu müssen.

Zusätzlich profitieren wir von dem jeweiligen beruflichen Werdegang. Wir können so jeweils den Blick auf die Verwaltungswelt legen und auch Aspekte aus der freien Wirtschaft berücksichtigen. Diese Mischung ermöglicht eine andere Perspektive auf Themenstellungen.

Ebenfalls bringen wir eine gute Portion Humor in die Zusammenarbeit.

Was machen Sie im Bereich der Personalrekrutierung, um neue Mitarbeitende zu gewinnen?

Wir probieren immer wieder Neues aus, um sowohl die aktiv Suchenden, als auch passiv Suchenden auf uns aufmerksam zu machen – das erfolgt zum Beispiel über individualisierte Kampagnen. Natürlich nutzen wir im Rahmen der Stellenausschreibungen unsere Standartportale wie Interamt, Bund.de und die Bundesagentur für Arbeit. Doch das reicht zur heutigen Zeit nicht mehr aus. Durch unsere Karriereseite versuchen wir die Interessenten bereits umfassend zu informieren und damit die Prozesse transparent zu halten. Auch das Recruiting über Social Media wird immer wichtiger – zum Glück haben wir hier Unterstützung durch unseren kompetenten Kollegen im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit! Sicher, wir sind an einen Haushalt gebunden und haben vielleicht nicht immer so große Spielräume, trotzdem probieren wir gerne neue Wege aus. Wir müssen als öffentlicher Arbeitgeber interessanter werden und die Arbeitgebermarke stärken. Und das fängt innen an, also bei uns. Wir möchten im Inneren einiges verändern, um wirklich attraktiver zu werden.

Eine Frage zum Abschluss an Sie beide: Was antworten Sie, wenn Ihnen jemand sagt, ein Job in der Verwaltung ist doch langweilig?

Das kann eigentlich nur jemand sagen, der noch nie im Verwaltungsbereich gearbeitet hat. Bei einer Verwaltung gibt es so viele Bereiche, in denen man arbeiten kann – mit ganz vielfältigen Aufgaben.

Das stellen selbst unsere Praktikantinnen und Praktikanten schnell fest. Wir hatten gerade noch einen Praktikanten bei uns im Personalbereich, der total erstaunt war, was alles zu unserem Tätigkeitsbereich gehört. „Langweilig“ ist auf jeden Fall falsch an der Stelle, sagen wir. Eher das Gegenteil. Ein Job bei einer Verwaltung ist eher abwechslungsreich, spannend und vielfältig.

Wir haben selber erfahren, dass diese Bilder und Vorurteile, die wir vorher teilweise auch von einer Verwaltung hatten, überhaupt nicht mehr so stimmen. Es ist immer noch verwunderlich, wenn wir feststellen, dass Personen irritiert sind, wenn wir als Stadtverwaltung zurückrufen, wenn bei uns Anrufe in Abwesenheit eingegangen sind. Dann hören wir sowas wie „Oh, guck mal, die Stadtverwaltung hat mich zurückgerufen.“ Offenbar ist das nicht überall der Fall und wir versuchen, solche Bilder zu entkräften. Oder ein anderer Klassiker, den wir hören: „Ach, Sie sind ja noch da. Ich hätte nicht gedacht, dass noch jemand ans Telefon geht.“ Denn nur weil unsere Sprechzeiten vorüber sind, heißt das ja nicht, dass wir nicht mehr am Arbeitsplatz sind.

Anträge bearbeiten? Auskünfte erteilen? Beschlüsse des Stadtrats umsetzen? Arbeiten bei der Stadt Rösrath ist weit mehr als das. Unser Dienstleistungsangebot umfasst alle Bereiche des städtischen Lebens und Arbeitens und ist unglaublich vielfältig. Deswegen finden sich unter uns nicht nur Mitarbeitende mit einer klassischen Verwaltungsausbildung, sondern auch Mitarbeitende mit technischen, pädagogischen, sozialen oder handwerklichen Berufen. Als Arbeitgeber bieten wir vielen Berufsgruppen eine Perspektive!

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