Manuel Dogs
Erzieher in einer therapeutischen Intensiv-Wohngruppe
Manuel Dogs arbeitet als Fachkraft in einer therapeutischen Intensiv-Wohngruppe der „Stiftung Die Gute Hand“ in Kürten. In der Wohngruppe leben Kinder, die aufgrund belastender Erfahrungen oder Traumata besondere Unterstützung im Alltag benötigen.
Ein wichtiger Teil der Arbeit ist die sogenannte Alltagskorrektur. Gemeinsam mit den Kindern entwickeln die Fachkräfte Strategien, um besser mit Gefühlen, Konflikten und sozialen Situationen umzugehen. Dabei kommen unter anderem heilpädagogische Methoden zum Einsatz. Auch in schwierigen Lebensphasen begleiten die Fachkräfte die Kinder eng und unterstützen sie dabei, für sich neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Um den Kindern Sicherheit und Orientierung zu geben, folgt der Alltag in der Wohngruppe klaren Strukturen und festen Abläufen. Gleichzeitig wird individuell auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes eingegangen.
Die Arbeit erfolgt nach dem Bezugserziehersystem. Das bedeutet, dass jede Fachkraft für bestimmte Kinder besonders verantwortlich ist. Zu ihren Aufgaben gehören regelmäßige Gespräche mit Schulen und Lehrkräften, um die Entwicklung der Kinder zu begleiten und gemeinsame Ziele abzustimmen. Darüber hinaus stehen die Bezugserzieher im Austausch mit Ärzten, Behörden und weiteren Beteiligten.
Tagsüber sind mehrere Fachkräfte gleichzeitig in der Gruppe tätig. Auch nachts ist die Wohngruppe durchgehend besetzt: Eine Fachkraft übernimmt jeweils den Nachtdienst und bleibt vor Ort. Die Kinder in der Gruppe sind derzeit zwischen sieben und elf Jahren alt.
Begleite Manuel durch einen Arbeitstag
Wenn ich morgens in der Gruppe ankomme, gibt es erstmal einen Kaffee. Das brauche ich einfach als Ritual für mich, um gut in den Tag zu starten.
Danach steht die strukturierte Übergabe mit meiner Kollegin oder meinem Kollegen an. Dafür nehmen wir uns eine Stunde Zeit. Zunächst sprechen wir über jedes Kind: Was ist passiert? Was ist wichtig zu wissen? Dabei richten wir den Blick bewusst auf die positiven Entwicklungen. Gleichzeitig besprechen wir auch therapeutische Themen: Stehen heute Therapieeinheiten an? Gibt es Erkenntnisse oder Empfehlungen aus den Therapien, die wir im Alltag aufgreifen und die Kinder gezielt unterstützen können? So sind therapeutische und pädagogische Arbeit eng miteinander verzahnt. Zum Schluss kümmern wir uns um Organisatorisches: offene Mails, anstehende Termine, Rückrufe und alles, was sonst noch anliegt.
Nach der Übergabe bereiten wir das Mittagessen vor. Wir kochen selbst in der Wohngruppe. So können wir die Kinder einbeziehen und besser auf ihre individuellen Bedürfnisse eingehen. Nebenbei erledigen wir auch andere Aufgaben im Haushalt, damit nach der Schule möglichst viel Zeit für die Kinder bleibt.
Um 13:15 Uhr beginnt das gemeinsame Mittagessen – ein fester Bestandteil des Tages, der den Kindern Orientierung und Struktur gibt. Danach folgt eine halbe Stunde Ruhezeit, bevor die Hausaufgabenbetreuung für uns startet.
Um 15 Uhr ist Gruppenrunde, bei uns die „Obst- und Süß-Runde“ genannt. Gemeinsam besprechen wir die Pläne für den Nachmittag: Spiele ich mit anderen Kindern Fußball? Verbringe ich Zeit mit Freunden? Möchte ich Zeit für mich allein? Oder ist heute vielleicht Aufräumtag? Natürlich dürfen dabei Obst und Schokolade nicht fehlen.
Den Nachmittag gestalten wir gemeinsam mit den Kindern. Neben Spiel, Freizeit und Gesprächen begleiten wir die Kinder auch dabei, therapeutische Ziele im Alltag umzusetzen – zum Beispiel im Umgang mit Gefühlen, Konflikten oder sozialen Situationen.
Ab 18:15 Uhr beginnt das Abendprogramm. Dann heißt es für die Kinder: Schlafsachen anziehen und die Wäsche des Tages in die Wäschebox räumen. Zum Abendessen gehört eine gemeinsame Runde, in der wir auf die positiven Momente des Tages schauen. Auch wir Betreuer geben Feedback. Immer mit dem Fokus auf das, was gut gelaufen ist.
Anschließend geht es – je nach Alter – ins Bett. Viele Kinder haben feste Einschlafrituale, die ihnen Sicherheit geben und die wir als Betreuer begleiten.
Vom Metzger in die Intensiv-Wohngruppe – Manuels Weg in den sozialen Bereich
Nach seinem Realschulabschluss machte Manuel zunächst eine Ausbildung zum Metzger. Schnell merkte er jedoch, dass dieser Beruf nicht das Richtige für ihn war.
Durch seine Mutter, die sich ehrenamtlich stark im sozialen Bereich engagierte, kam er schon früh mit sozialen Themen in Berührung. Das weckte sein Interesse und führte schließlich zu seiner zweiten Ausbildung zum Jugend- und Heimerzieher, wie der Beruf damals in Baden-Württemberg hieß, wo Manuel aufgewachsen ist.
Für sein Anerkennungsjahr zog es ihn nach Köln. Dort arbeitete er erstmals in einer Intensivwohngruppe – ein Arbeitsfeld, das ihn gepackt hat und bis heute begeistert. Inzwischen arbeitet er bei der Stiftung Die Gute Hand in Kürten und begleitet dort Kinder und Jugendliche im Alltag. Sein Lebensmittelpunkt ist dabei bis heute Köln geblieben.
Mein Arbeitgeber
Stiftung Die Gute Hand
Jahnstraße 31
51515 Kürten
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